// Was tun nach einer Kündigung?

(glp) Eine Kündigung, zumal wenn sie unvorbereitet kommt, bedeutet für viele Arbeitnehmer zunächst einmal einen Schock. Trotzdem sollten Betroffene nicht untätig bleiben: Geld von der Bundesagentur für Arbeit bekommt nämlich nur, wer alle notwendigen Fristen einhält. Und die beginnen früher zu laufen, als vielen bewusst sein dürfte. Die ARAG Experten sagen Ihnen, was zu tun ist, wenn Sie vom Verlust Ihres Arbeitsplatzes erfahren.

Wenn der Job gekündigt wurde, müssen sich Betroffene zunächst bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Laut Gesetz sind sie verpflichtet, diese Meldung spätestens drei Monate vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorzunehmen. Ist die Kündigungsfrist kürzer, muss sich der Gekündigte innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung bei der Agentur melden. Verstreicht die Frist, ist mit einer Sperrzeit von einer Woche zu rechnen. Die Meldung kann persönlich, telefonisch unter der zentralen Nummer 0800-4555500 oder online unter www.arbeitsagentur.de erfolgen. Die örtlich zuständigen Agentur vergibt anschließend einen Termin zur persönlichen Beratung, zu dem die Bewerbungsunterlagen mitgebracht werden müssen. Wichtig: Wer sich telefonisch oder online arbeitssuchend gemeldet hat, dessen Meldung wird erst mit Wahrnehmung dieses Termins wirksam.

Arbeitslosengeld bekommt nur, wer sich persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet hat. Damit das Arbeitslosengeld ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit gezahlt wird, muss spätestens an diesem Tag die zuständige Agentur aufgesucht werden. Besser ist es, schon vorher einen Termin bei der Agentur zu vereinbaren. Der Termin kann bis zu drei Monate vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit liegen. Am besten ist es, sich schon im Vorfeld den Antragsvordruck aushändigen zu lassen und diesen so weit auszufüllen wie möglich. In der Regel werden diese Unterlagen auch automatisch per Post zugesandt. Wer in den vergangenen Jahren Elternzeit genommen hat, benötigt außerdem das entsprechende Zusatzblatt zum Antrag. Weitere Zusatzblätter gibt es für privat Krankenversicherte oder Arbeitnehmer, die ihre Rentenversicherungsbeiträge beispielsweise in ein Versorgungswerk einzahlen. Hier übernimmt die Arbeitsagentur unter bestimmten Voraussetzungen die Zahlung der Beiträge, jedoch begrenzt auf die Höhe der Beiträge zur gesetzlichen Versicherung. Zum Termin bei der Agentur muss auch der Personalausweis, die Lohnsteuerkarte oder die Ersatzbescheinigung, ein Gehaltsnachweis, das Kündigungsschreiben und die Arbeitsbescheinigung des alten Arbeitgebers vorlegt werden. Für die Arbeitsbescheinigung gibt es einen Vordruck bei der Arbeitsagentur, den der Arbeitgeber ausfüllen und Ihnen spätestens bei Beendigung des Arbeitsverhältnisse aushändigen muss.

Um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben beziehungsweise zu behalten, müssen Sie sowohl beschäftigungslos als auch für die Arbeitsagentur verfügbar sein. Beschäftigungslos bedeutet dabei nicht, dass gar keiner Arbeit nachgegangen werden darf: Bis zu 15 Stunden pro Woche darf eine angestellte Arbeit oder eine selbständige Tätigkeit ausgeübt werden, ohne den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu verlieren. Der Arbeitsagentur ist jede Aufnahme einer Beschäftigung oder Tätigkeit sofort anzuzeigen. Die Agentur entscheidet dann darüber, in welcher Höhe das Nebeneinkommen auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird. Außerdem sind Gekündigte verpflichtet, jederzeit für die Agentur erreichbar zu sein. Das bedeutet, dass der Briefkasten an Werktagen mindestens einmal täglich geleert werden muss. Wer plant in den Urlaub zu fahren, muss dies der Arbeitsagentur mitteilen. Über einen Umzug muss die Agentur ebenfalls rechtzeitig vorher informiert werden. Und ganz wichtig: Wer krank wird, während er Arbeitslosengeld bezieht, ist verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeit der Agentur anzuzeigen und ein ärztliches Attest beizufügen. So lange die Arbeitsunfähigkeit andauert, ist die Krankenkasse für Leistungen zuständig. Ist die Krankheit vorüber, muss das der Arbeitsagentur gemeldet werden, damit wieder Arbeitslosengeld gezahlt werden kann.

Was selbst unternommen werden muss, steht in der Eingliederungsvereinbarung. Der zuständige Arbeitsvermittler legt in einer Eingliederungsvereinbarung fest, was Betroffene selbst tun müssen, um möglichst schnell wieder einen Job zu finden. Diese Vereinbarung muss vom Gekündigten unterschrieben werden. Verlangt wird dort in der Regel, Stellenanzeigen zu sichten und sich schriftlich auf geeignete Stellen zu bewerben. Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, muss den Termin wahrnehmen. Wichtig ist dabei, alle Bemühungen zu dokumentieren, um sie der Arbeitsagentur nachweisen zu können. Wer seinen Pflichten aus der Eingliederungsvereinbarung nicht nach kommt, für den kann die Agentur eine Sperrzeit festsetzen, in der er kein Arbeitslosengeld erhält.

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